Archiv für Januar 2009

Ich würde heute am liebsten im Bett bleiben…

Ich frage mich langsam wie tief wir noch fallen müssen, mit unseren erzwungenen Solidaritätsbekundungen, Positionierungen in einem Konflikt den wir weder verstehen noch ändern können. Ihr seid alle verrückt und habt alle einen Dachschaden und daran kann ich leider nichts ändern. Weder indem ich Israelfahnen durch die Gegend schwenke noch durch Solidaritätsbekundungen mit der palästinensischen Bevölkerung oder irgendwelchen Menschenrehtserklärungen der Vereinten Nationen oder der arabischen Liga.

In Israel herrscht gerade Krieg. Israel geht dabei offensichtlich Unverhältnismäßig gegen Stellungen der Hamas in den palästinesischen Gebieten vor. Und diese Einsätze haben vielen Menschen das Leben gekostet. Die Hisbolah und die Hamas beschießen derweilen seelenruhig die Israelischen Gebiete und lachen sich eins ins Fäustchen wie wenn Kinder die voller Schadenfreude aus dem Gebüsch huschen um zu sehen wie sich das ganze Dorf gerade über die von ihnen begangenen Untaten aufregt, und um diese zu bestaunen.

In der Welt herrscht währendessen große Unruhe. Palästinesische Jugendliche und welche die sich als solche fühlen randalieren in der Vostädten und beschwören den heilligen Krieg gegen Israel. In den internationalen politischen Institutionen herscht indessen Kriesenstimmung und die sogefühlten internationale Menschenrechtverfechter linksliberaler Bildungsbürger klagen über den Verstoß gegen internationale Konventionen und Völkermord. Alle sind sich dabei ziemlich einig wer der schuldige ist. War er ja schon von vornerein Schuld. Und wieder ein Vorwand für fünf neue Jahre grassierendem Amtisemitismus. Israel sei daran von nun an selbst Schuld.

Doch in diesem Konflikt gibt es auch noch andere AkteurInnen die mich nicht weniger nerven. Es sind ein paar verirrte Gestalten. Keine Elendsgestalten versteht sich. In ihren Lesezirkeln zwischen Egotronic und Bahamas wird die Luft langsam eng. Es wird zuviel gelästert, über das heilige Land. Es sei nun Pflicht sich mit dem Staat Israel zu solidarisieren. Insbesondere auf Blogs und Myspace Seiten. Ohne Wenn und Aber, einfach so. Endlich mal wieder die Möglichkeit zu provozieren. Seitdem Diskussionen über Deffinitionsmacht und Sexismus nicht mehr zur Provo geeignet sind, wieder zurück zu dem Ursprung aller Dinge und raus auf die Straße unter dem erstbesten Motto: Support Israel! Als ob keinen unpassenderen Zeitpunkt gäbe um für diese durchaus berechtigte Position auf die Strasse zu gehen.

Alle Verantwortlichen für diesen Konflikt, sowohl einige Führer der israelischen Politik und des Militärs, wie aber auch Hamas und Hisbolah und die Vereinten Nationen sind vollkommen irre. Daran werde ich nichts ändern können. Von einem kapitalistischen Staat kann ich nicht die Einsicht erwarten das Kriege niemals Konflikte lösen werden noch das durch das Etablieren direkter Demokratie Konflikte gelöst werden können. Kapitalistische Staaten und bürgerliche Gesellschaften reagieren nunmal so auf Konflikte. Unterscheidungen in menschlich oder weniger menschlich gibt es innerhalb einer radikalen Gesellschaftskritik dabei nicht. Daran können wir nichts ändern. zumindest nicht aus einer Analyse des Nahost-Konflikts heraus. Somit können wir dem Staat Israel nicht vorwerfen dass zu tun was die restlichen Staaten ohnehin jeden Tag tun. Der Israelische Staat ist nähmlich nicht mehr und nicht weniger zu kritisieren als wir auch jeden anderen Staat kritisieren. Aber außer für USA und Deutschland scheint es in dieser Hinsicht nicht sonderlich viele Bemühungen zu geben dieses zu tun.

Zur Beruhigung des Konflikts gehört eine zwei Staatenlösung. Ein friedliches Zusammenleben zwischen Palästinensern und Israelis. Unser wirkliches Ziel kann jedoch nur der kosmopolitische Kommunismus und eine antinationale und emanzipative Umwälzung alles Gesellschaften sein. Darum geht es letztendlich und nicht um irgendwelche realpolitischen Forderungen um die sich eh niemand schert. Bis zum Kommunismus muss es jedoch Israel, bzw. ein Rückzucksraum für die Verfolgten Jüdinnen und Juden im Nahen Osten geben.

Antisemitismus ist weiterhin weit verbreitet und eine reelle Gefahr für die Juden in aller Welt. Die Instrumentalisierung des Nahost-Konflikts hat dafür gesorgt.

Trotzdem ist nach solchen Aktionen hier klar wem meine Solidarität gilt und auf welcher Seite der Barrikade ich im Ernstfall stehen würde. Nur erscheint mir das gerade nicht besonders produktiv. Ihr müsst euch wirklich noch ein bischen gedulden mit dem so heiß erwarteten Text. (anscheinend)

der tofuburger der gerade die Küche wischt

#Kluge Sprüche für die Katz…

„Aber es [China] ist deswegen kein Kommunismus,
weil es kein Kommunismus, weil es kein Kommunismus ist,
nicht aus irgendeinem anderen Grund. “
Classless Kulla

“ Eifersucht resultiert aus Besitzanspruch,
Besitzanspruch resultiert aus Privatbesitz“

Ihr müsst euch noch ein bischen gedulden…