an einem Tag im Januar…

Es war spätt als es an der Tür klingelte. Der Vollständigkeit halber müsste gesagt werden dass er davor eine SMS bekommen hatte. Er hatte noch am Computer gesessen und stand plötzlich auf als es, zu so später Stunde, noch klingelte. Seine Eltern waren nicht da. Es war Weinachten und sie waren aufs Land gefahren.

Wenn Jugendliche die noch nicht so wirklich auf sich selbst aufpassen können, von ihren Eltern allein gelassen werden, entwickelt sich da eine Eigendinamik. Die Teller sind nicht abgewaschen, im Kühlschrank stehen unverpackt Lebensmittel die zu faulen beginnen und da gar nicht wirklich mehr hingehören und die Wohnung ist kalt und leer. Die Wohnungen von in den Urlaub gefahrenen Familien sind eine Welt in der sich die Geister und Monster aus irgendwelchen billigen Filmen aus dem Fernsehen tummeln.

Gerade in der heutigen Gesellschaft ist es nicht gerade so dass Menschen füreinander da sind. Es geht oft um Nutzen und unverbindliche Feierei, um gemeinsame Interessen und gemeinsamen Schulunterricht. Auch wenn du viele Freunde besitzt kommt es nicht selten vor dass du dich wie der einsamste Mensch auf Erden fühlst. Das ist ein Zustand in dem du dich fragts was du dort eigentlich zu suchen hast. Du fragst dich ob es nur der Sinn an sich ist, der dir die Fähigkeit gibt zu verstehen dass du gerade eine Taste an deinem Computer betätigst oder dir gerade mit einer Zigarette die Lungen verpesstest. Er hatte sich Jahre lang allein gelassen gefühlt. Gefangen in den Mauern oberflächlicher Bedürfnisse wie Sex und Beziehung. Etwas anderes kannte er nicht.

So lief jahrelang sein Leben an ihm vorbei. Er führte das normale Leben eines Teenagers der sich einbildete etwas besseres zu sein. Während er ihm geheimen sich immer wieder nach Liebe und Geborgenheit sehnte reproduzierte er letztendlich das allgemeine Verständniss von Liebe und Beziehung. Demnach gehöre zu einer guten Beziehung bloß Sex, Schöhnheit und Konfliktscheuheit und die Fähigkeit im entscheidenen Moment die Klappe zu halten. Außerdem hatte er sich nie besonders lange mit anderen Menschen unterhalten. Er war bis dahin immer der beliebte Klassenclown gewesen. Immerhin nichts schlimmeres. Immerhin war er kein Nazi geworden. Er war halt der coole. Der den alle feierten weil er wegzog obwohl schon viele vor ihm gegangen waren ohne eine solchen Abschied erhalten zu haben. Das mit dem Naziwerden ist gar kein so abwiegieger Gedanken, gab es in seinem Dorf doch zahlreiche Nazis mit denen er sich, zumindest in den Umgangsformen, bestens zu verstehen wusste.


1 Antwort auf “an einem Tag im Januar…”


  1. 1 helen m. 17. Dezember 2008 um 22:28 Uhr

    und wie lange soll man darüber nachdenken? was hat das zu bedeuten? wie lange soll meine neugier mich überlegen lassen?

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.